Story
Eiri Kurahashi arbeitet in dem Antiquitätengeschäft seines Onkels. Dort stößt er eines Tages auf einen antiken Weinkelch aus dem 18. Jahrhundert, der eine unheimliche Anziehungskraft auf ihn ausübt: Jedes Mal, wenn er in den Kelch schaut, sieht er ein junges, blondhaariges Mädchen. Eiri beginnt ihren Alltag zu beobachten und verliebt sich schließlich sogar in sie...
Doch schon bald vermischen sich seine Träume, in denen er sich wünscht bei dem blondhaarigen Mädchen zu leben, mit der Wirklichkeit: Am 7. Tag findet sich Eiri plötzlich im 18. Jahrhundert auf einem französischen Schloss wieder, wo er mit einem Dolch das Mädchen aus seinen Visionen nieder sticht. Plötzlich bemerkt er, dass er immer noch den Weinkelch in seinen Händen hält, welcher sich gerade mit dem Blut des Opfers füllt. Stimmen sagen ihm, dass er das Blut trinken soll, um den Pakt mit dem blondhaarigen Mädchen zu schließen. Einen Tag später stellt sich die Blondhaarige unter den Namen Cossette d'Auvergne bei Eiri vor und erzählt ihm von ihrem grausamen Schicksal: Als sie einst von ihrem besessenen Verlobten Marcello ermordet wurde, wurden alle Gegenstände um sie herum von dem abgrundtiefen Hass auf ihn erfüllt und binden Cossettes Seele seither an diese Welt. Erst wenn jemand bereit ist, Marcellos Seele und sein Schicksal in sich aufzunehmen und durch schreckliche Qual für den Mord zu büßen, kann sie erlöst werden.
Kann Eiri diese Aufgabe erfüllen? Ist ein Geist es wert, so für ihn zu leiden? Und kann man Cossette überhaupt vertrauen? Schließlich weigert sie sich, ihm näheres von Marcello zu erzählen und sagt, er solle einfach nur leiden, nicht nachdenken.
Die Veränderungen im Wesen von Eiri, der Marcello immer ähnlicher wird, gehen nicht unbemerkt an seinen Freunden vorüber. Eine von ihnen, übersinnlich begabt, sieht den Schatten des Todes auf ihm liegen und versucht die ihn umgebenden bösen Geister zu bannen, doch der Fluch erweist sich als viel zu stark...
Fazit
Diese mysteriöse Geschichte wird mit Bildern von bemerkenswerter Wucht vorgetragen, einem wahren Strudel von verwirrenden, aber faszinierenden Symbolen und Sequenzen. Selbst wenn eigentlich relativ wenig tatsächliches passiert, weiß Cossette no Shózó schlicht durch seine Optik den Zuschauern gefangen zu nehmen.
Die OVA setzt sehr auf Gothic-Lolita Optik und selbst wenn man mit dieser Mode eigentlich wenig anzufangen weiß, so wird deren kühler Morbider, aber doch kindlich, niedlicher Reiz in die Gestalt der zierlichen, einer Porzellanpuppe ähnelnden Cossette toll dargestellt. Eiris zunehmender Verfall, seine Selbstaufgabe und Besessenheit, seine Distanzierung von der wirklichen Welt, werden eindrucksvoll vermittelt. Die Bedeutung vieler Szenen oder Äußerungen erschließt sich erst mit der Zeit und es werden immer neue Fragen aufgeworfen.
© Kara
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Wir danken Tokyopop für die Zusammenarbeit und die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.
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