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Tokyo Boy
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Geschrieben von Jin am 13.11.2009 um 16:38
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 Story
Minato ist eine junge Frau, die bei ihrer alten und senilen Großmutter aufwuchs, da ihre Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Heute lebt sie weiterhin bei ihrer Großmutter und versucht sich durch einen Job im Supermarkt etwas dazuzuverdienen. Freunde besitzt Minato nicht wirklich, außer ihren Brieffreund Naito, mit dem sie ausgedehnten Briefkontakt hat. In ihren Briefen berichtet sie ihm alles mögliche über ihr Leben und das schon seit ihrem neunten Lebensjahr. Allerdings hat sie Naito bisher noch nicht getroffen.
Eines Tages trifft sie einen jungen schüchternen Mann im Supermarkt, der sie aus versehen anrempelt, woraufhin sie einige Lebensmittel fallen lässt, die sie gerade einräumen wollte. Was Minato zuerst nicht bemerkt ist, dass sie ein Onigiri zerquetscht hat, welches mit auf den Boden gefallen ist. Aus Schuldgefühlen kauft der unbekannte Mann dieses Onigiri. Später treffen die beiden wieder im Supermarkt aufeinander und es kommt sogar zu etwas mehr. Er vergisst einen Apfel an der Kasse, weswegen Minato hinter ihm her rennt. Beide sind durch diese Situation noch ziemlich unbeholfen, doch der Unbekannte fasst Mut und lädt Minato zum Essen ein.
Sho, so sein Name, trifft sich nun immer häufiger mit Minato. Wie sich herausstellt möchte er Student werden, hat aber die letzte Aufnahmeprüfung zur Universität nicht bestanden und versucht es aktuell wieder. Beide verstehen sich recht gut, bis zu dem Punkt als Minato sich im Krankenhaus von Naitos Vater untersuchen lässt. Und ohne dass Minato so recht weiß, was passiert sein muss, wendet sich Sho immer mehr von ihr ab. Naito begrüßt diese Situation, denn er ist eifersüchtig auf Sho. Mit Ausreden versucht Sho jedenfalls sie abzuhalten, allerdings beobachtet Minato ihn zufällig in der Stadt, als er mit Freunden unterwegs ist. Sie hat im Gefühl, dass etwas nicht stimmen kann, nur spielt ihr Gedächtnis nicht richtig mit. Öfters hat sie Aussetzer und kann sich an die letzten Ereignisse nicht mehr erinnern. Aus diesem Grund ließ sie sich auch untersuchen. Was Minato nicht ahnen kann ist, dass sie eine zweite Persönlichkeit besitzt, die zudem männlich ist. Genau diese zweite Persönlichkeit, namens Naito, ist es, die ihr Briefe schreibt und sie zu beschützen versucht. Sho kommt auch so langsam dahinter, allerdings ist dies kein Zuckerschlecken...
Technische Daten
Titel: Tokyo Boy/Tokyo Shonen/ 東京少年Produktionsland / Jahr: Japan 2008 Regie: Shunichi HiranoGenre: Romance, Psychological Drama Laufzeit: ca. 95 Minuten
Cast (Besetzung)
Maki Horikita Takuya Ishida Reiko Kusamura Mitsuru Hirata
Fazit
Tokyo Boy ist ein dramatischer Liebesfilm, der auf jeglichen Kitsch verzichtet. Das fängt bei den technischen Sachen an und geht hin bis zu den Eigenschaften der Charaktere. Kitsch wäre in diesem Film auch gänzlich fehl am Platze, denn hier handelt es sich um ein ernstes Thema. Mal abgesehen von dem langsamen Annäherungsprozess zweier Menschen, die etwas mehr füreinander empfinden, zeigt der Film auch den langsamen und harten Prozess einer jungen Frau, die eine multiple Persönlichkeit besitzt. Es ist schon schwer genug für die Betroffenen selber, allerdings zeigt dieser Film auch schön, wie es für die Bekannten ist.
Ein großes Lob geht an die Art des Filmes, denn dieser ist sozusagen in zwei Hälften geteilt. In der ersten Hälfte sehen wir die Geschehnisse aus Minatos Sicht. Anfangs mag das dem Zuschauer noch plausibel vorkommen, denn er bemerkt nicht die großen Lücken, die eigentlich überall herrschen. Man empfindet Sho als einen jungen, nicht ernst zunehmenden und flippigen Mann. Einen, der nicht bemerkt, was mit Minato los ist. Man selbst bemerkt in dieser Hälfte auch kaum, was mit ihr los ist. Erst in der zweiten Hälfte wird für Auflösung gesorgt. Diese Hälfte zeigt die gleichen Geschehnisse aus Shos Sicht, sozusagen sieht man sich den Film als Zuschauer nochmal an. Das mag für viele öde klingen, allerdings sind es zum Glück auch andere Kameraperspektiven, die Shos Sicht zeigen. Die Lücken werden in Shos Sicht endlich aufgefüllt und der Zuschauer beginnt endlich ganz zu verstehen, was alles passiert ist. Es unterstreicht den Leidensweg von Minato, die nicht weiß was mit ihr passiert. Es zeigt die schwere Heilbarkeit dieser Krankheit.
Somit möchte ich nun zu den schauspielerischen Leistungen kommen. Minato, gespielt von Maki Horikita, bringt ihre Sache wirklich gut rüber. Die Schauspielerin versteht es einen wirklich perfekten Wechsel der Persönlichkeit zu vollziehen. Als Minato ist sie wie ein ganz normales Mädchen, etwas still, aber doch in ihrer Art und Weise niedlich und in gewisser Weise auch verletzlich. Als Naito verhält sich Maki Horikita wirklich als Mann, in der Sprechweise, der Mimik, sowie der kompletten Körperhaltung. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dass Naitos Schauspieler wirklich ein Typ ist. Aber auch dem Regisseur gebührt an dieser Stelle ein Lob für seine Arbeit, denn er hat es jedes mal geschafft, Naito in das perfekte Licht zu rücken. Mit einem dunklen Ambiente (Beispiel: die Schule in der Naito Minatos Briefe aufbewahrt) und typischen Elementen wie zerbrochene Spiegel, wird Minatos bzw. Naitos zerrissene Persönlichkeit betont. Alles in allem ein Psycho-Drama, den ich dem älteren Publikum nur empfehlen kann.© Jin © 2008 Shunichi Hirano
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